Nürnberg (4)

Nürnberger Einblicke

Vor dem Handwerkerhof

Freitag: Auf der Hinfahrt konnte Charly am Kartentisch seine Routine aus 30 Jahren Sieben Schräm ausspielen und verlor keine Runde.
In Nürnberg angekommen stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Es galt zunächst einmal, die Gastronomie kennen zu lernen. Um gleichzeitig Kultur einzuatmen, betraten wir das älteste Fachwerkhaus der Stadt und riefen bei einem Glas Bier nach Hause an. Zwei gaben vor, auf dem Weg nach Nürnberg auf einem Rasthof die Weiterfahrt des Busses verpasst zu haben und baten nacheinander zwei “Freunde” um Hilfe. Sie möchten doch bitte kommen und sie nach Nürnberg fahren. Doch leider hatten beide auf einmal das Auto kaputt. Wie gut, dass man Freunde hat.
Am Abend saßen sämtliche Bit-Kickers (Halt, einer kam erst etwas später, brachte dafür aber zwei andere Leckereien mit) im Altstadtrestaurant Burgwächter und probierten die original Nürnberger Bratwurst. Dies hätte ein schönes Mahl werden können, wenn die Portionen etwas größer gewesen wären und der Koch nicht mit einer schwarzen Lederjacke bekleidet und einer Zigarette in der Hand, für die Gäste gut sichtbar, in der Küche herumgelaufen wäre.

 

Frühstücksraum (Damals)

Samstag: Vormittags stand ein Stadtrundgang auf dem Programm. Unsere Führerin war eine sehr rüstige Dame des Mittelalters. Sie hatte schnell ihre Lieblinge ausgemacht. Da Ralf sich sehr für den “Nürnberger Freistoß” (oder so ähnlich) interessierte, rief sie an jeder Station, die was damit zu tun hatte, nach “Bubi”, worauf er auch stets reagierte. Ihr zweiter Schatz war Schenki, der in der Lorenzkirche jedoch sämtlichen Kredit bei der Dame wieder verspielte. Der “Hoffotograf” – unter diesem Namen war er bis dahin bei jeder Sehenswürdigkeit nach vorne gerufen worden – entwickelte sich auf einmal zum Hofnarren. Denn während die Dame mal wieder eine Skulptur von “Freistoß” erläuterte, hörte man auf einmal eine Melodie ertönen, die immer lauter wurde. Wie sich schnell herausstellte, war die Quelle Schenkis Handy in der Brusttasche seines Hemdes. Bis er endlich den Knopf zum Abstellen gefunden hatte, waren mindestens fünf Strofen verklungen und unsere Führerin hatte einen hochroten Kopf – unser Hofnarr natürlich auch. Am Ende äußerte die Dame dennoch lobend über unsere Gruppe, dass sie sich freue, dass soviele die recht lange Führung durchgestanden hätten. (Nur wenige hatten sich unterwegs abgesetzt.)
Nachmittags setzte ich mich mit Günter H., Christoph, Hofnarr und Bubi ab. Letzterer gab dann eine Runde Kultur aus und lud uns ins Germanische Nationalmuseum ein. Natürlich suchte er dort wieder nach dem Freistoß. Was vom Museum in Erinnerung blieb, ist vor allem ein Zimmer mit vielen Stühlen drin, auf die ich mich gerne gesetzt hätte, die jedoch leider Ausstellungsstücke waren, wobei wir keinen Unterschied zu den Möbeln entdecken konnten, die tatsächlich zum Ausruhen gedacht waren. Außerdem ist erwähnenswert, dass Christoph sich in verschiedenen Räumen Minuten lang Statuen anschaute, die vom selben Künstler zu stammten, bis wir ihn schließlich darauf hinwiesen, dass es sich um Hinweisschilder handelte.
Am Abend trafen wir uns alle zum gemeinsamen Fränkischen Biermahl im ”Bratwurst-Röslein”. Nachdem die meisten den Promille-Automat getestet hatten und Cassius den “Wettbewerb” mit dem Spitzenwert von 2,4 gewonnen hatte, verwandelte dieser uns zu Fischerchören und dirigierte uns zum Refrain der Melodie des Beatles-Hits “Hey Jude”. Der Text lautete zunächst “Bit, Bit, Bit, Bit-Kickers, gib Gas, gib Gas!”. Später wurde er umformuliert, z.B. in “Strieh, Strieh, Strieh, Striiiiieh, sing nie, sing nie!” Da wir einen Raum für uns hatten, konnte der Kellner sofort reagieren und die Tür schließen, um die übrigen Gäste nicht in Missstimmung zu bringen.
Zum Schluss ging’s dann noch in eine Discothek. Die Luft war zwar schlecht, doch die Musik recht gut. Diese Kombination verführte Bubi zu vorgerückter Stunde dazu, sämtliche Hemmungen fallen zu lassen und uns seine Vorstellung von modernem Tanzstil vorzustellen, was uns kurz später veranlasste, das Lokal zu verlassen, ehe wir rausgeworfen worden wären.

 

Beim Abendessen

Sonntag: Da die meisten des Gerstensaftes überdrüssig waren, war die Brauereibesichtigung schnell vorbei. Nach dem obligatorischen Bier, das die meisten immerhin noch probierten, schwenkte die Mehrheit auf nichtalkoholische Getränke um. Daher konnte auch schnell die Heimreise angetreten werden. Diese stand, zumindest im hinteren Teil des Busses, ganz im Zeichen der Handymania. Telefonnummern wurden untereinander ausgetauscht, und Rainer lernte so ungewöhnliche Funktionen wie z.B. das Adressbuch kennen.
Unserem Busfahrer gebührt insgesamt ein großes Lob, da er uns sicher an jeden Ort gebracht hat, auch wenn wir auf der Autobahn von jedem Bus und den meisten LKWs überholt worden sind.
P.S.: Wer Fragen zum Freistoß hat, wende sich bitte an Bubi, zu erreichen unter schriftfuehrer@bit-kickers.de.

 

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